Das Dorf


Okondjatu liegt im Nord-Osten Namibias. Dieses Hererodorf (Hereros= Ein Stamm von ca.13 Stämmen Namibias) ist drei Autostunden nordöstlich von Namibias Hauptstadt Windhoek gelegen und durch eine Schotterstraße relativ gut zu erreichen.
Es gibt einen kleinen Ortskern, der aus einigen kleinen Geschäften, sogenannten Shops, besteht. Ansonsten gliedert sich das Dorf in zwei Teile. Es gibt eine "gehobenere" Wohngegend mit ca. 20 Häusern aus Zement und Ziegelsteinen sowie ein Armenviertel, das aus 50-60 Wellblechhütten besteht.

Leider ist Okondjatu, wie viele ländliche Regionen Namibias stark durch Arbeitslosigkeit und damit Armut und Perspektivlosigkeit geprägt. Wenige Arbeitsplätze stehen den Menschen zur Verfügung. Lediglich die körperlich schwere Arbeit in den nahe gelegenen Kohleminen bietet eine Möglichkeit der Beschäftigung. Die Arbeit dort ist allerdings sehr hart. Die Arbeiter werden früh morgens hin und spät abends mit Bussen von der Mine zurück gebracht Ansonsten gibt es kleine Gelegenheitsjobs als Mitarbeiter in den kleinen Shops, als Handwerker oder als Bauarbeiter, die den Bewohnern das "tägliche" Brot sichern. Jugendliche gibt es nicht viele in Okondjatu. Sie wandern in die größeren Städte ab, in der Hoffnung auf Arbeit.
Nur wenigen Familien ist es finanziell möglich, ihre Kinder schon im Grundschulalter oder auch später auf "bessere Schulen" in die größeren Städte zu schicken. Ansonsten treibt die Jugendlichen mangelnde Perspektive oft in die Alkoholabhängigkeit. In Okondjatu selbst, einem Dorf mit 1500 Einwohnern, gibt es 12 Wellblech-Kneipen und nur einige Lebensmittel-Hütten mit vielen leeren Regalen, einen Frisör und eine kleine Tankstelle. Man merkt schnell, was das Leben hier dominiert und dass es nur wenige Wege aus dieser Sackgasse gibt.

Ein Weg ist die Mitgliedschaft in der Kirchengemeinde. Die Menschen haben durch ihren Glauben Hoffnung. Sie finden Halt, Zuversicht und haben etwas, an das sie glauben können. Die Gemeinde ist wie eine große Familie, die zusammen hilft. Jeden Sonntag trifft man sich im Gottesdienst, kleidet sich stolz mit seinem besten Gewand und hat das Gefühl, etwas wert zu sein .Der Alltag wird unterbrochen, man betet und singt zusammen. Der Glaube macht das Leben der Menschen wertiger. Sie feiern gemeinsam Feste und pflegen ihre Traditionen. Doch Pastor Engelbert spricht in seiner Predigt auch kritische Themen an, wie z.B. die Landflucht und warnt davor zu glauben, in der Großstadt das vermeintliche Glück zu finden. Die meisten Menschen finden auch dort wieder Arbeitslosigkeit und die Flucht in Alkohol und Drogen.

Umso wichtiger sind die regelmäßigen Besuche von Kolping-Gruppen aus Deutschland und die Projekte unseres Vereins "Kindergesichter Namibia e.V.". Immer wieder betonen die Dorfbewohner, wie schön es für sie ist, dass wir immer wieder zurückkommen, sie nicht vergessen, uns mit ihnen unterhalten und uns gemeinsam an unseren Projekten für eine bessere Zukunft erfreuen. Die Menschen erfahren Respekt und Achtung.
Bei allen Bemühungen der Bewohner Namibias und vor allem der kleinen Dörfer wie Okondjatu, gibt es ein großes Problem. Es ist die teilweise korrupte und egoistische Regierung. Diese obere Elite des Landes, die lieber Deals im Straßenbau mit China aushandelt, anstatt dem eigenen Volk zu Arbeitsplätzen zu verhelfen, stellt keinen Rückhalt für die Menschen dar. Eine Regierung, die lieber Flüsse für den Abbau von Uran trockenlegt, als das Wasser den eigenen Bauern zur Verfügung zu stellen, die aufgrund der großen Trockenheit im Land ihre Tiere und Ernte verlieren. Solange sich hier nichts ändert, werden die Bewohner leiden.

Unsere Hilfe fließt deshalb ausschließlich direkt von uns an die Gemeinde. Wir bezahlen Rechnungen selbst und Maßnahmen werden nur durch Mitglieder unseres Vereins oder während des Aufenthaltes der Kolping-Arbeitsgruppen realisiert.
Mit unseren nachhaltigen Projekten und Hilfe zur Selbsthilfe können wir das Leben der Menschen ein wenig angenehmer gestalten und vor allem eines tun, HOFFNUNG schenken!
Es sind die Menschen und für uns vor allem die Kinder, die das Dorf prägen und uns ans Herz gewachsen sind. Ihre Freude, ihr Lachen und ihre hoffnungsvollen Augen.

 

WE BELIEVE IN KIDS SO WE ACT!